Montag, 16. Juni 2014

#35 Noch ein Dutzend Songs mit Überlänge

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Vor kurzem haben wir euch ein Dutzend Songs mit Überlänge präsentiert. Das Schicksal einer nahezu jeden Top-Liste ist, dass es einige Titel nicht in die Top X schaffen, obwohl sie doch eigentlich eine Platzierung verdient hätten. Bei diesem Dutzend blieben doch tatsächlich so viele großartige Songs außen vor, dass man aus ihnen noch glatt ein zweites Dutzend zusammenstellen könnte. Und nun dürft ihr dreimal raten, was jetzt kommt: Genau! Wir sind so crazy drauf, dass wir einfach noch ein Dutzend Songs mit Überlänge raushauen. Irre.
Nun folgt also ein musikalischer Resteauflauf, abermals zusammengestellt von Chris. Wieder gilt als Kriterium eine Mindestlaufzeit von 7 Minuten und Musiker, die beim ersten Mal schon dabei waren, sind diesmal aus dem Rennen. Wie immer sind die Titel chronologisch sortiert.

Viel Spaß beim Hören und Erinnern!


01. The Doors - The End (1967)

Habt ihr gerade auch brennende Wälder vor dem Auge? Mit Riders On The Storm oder Light My Fire könnten The Doors auch ein paar andere prominente Beispiele zu diesem Dutzend beitragen, den Anfang dieser Liste macht jedoch ironischerweise dieser Titel. The End ist der Schlusstrack des großartigen Debütalbums der vier US-Amerikaner. Während der Song ursprünglich das Aus einer Liebesbeziehung thematisiert, entwickelte sich seine Bedeutung über die Jahre weiter und gilt heute als Hymne für das Ende von so ziemlich allem und jedem.



02. The Beatles - Hey Jude (1968)

Jetzt kommt nichts geringeres als die erfolgreichste Single der erfolgreichsten Band aller Zeiten und dann auch noch mit Überlänge. Diese ist dem etwa vier Minuten langen Na-Na-Na-Chorus, einer der womöglich eingängigsten Gesänge der Unterhaltungsmusik, geschuldet. Hey Jude ist übrigens eine Abwandlung von "Hey Jules", was sich auf John Lennons Sohn bezieht. Paul McCartney schrieb den Song kurz nach der Scheidung dessen Eltern.



03. The Rolling Stones - You Can't Always Get What You Want (1969)

Als eines der instrumental beeindruckendsten Stücke der Band, wäre auch Can't You Hear Me Knockin' ein heißer Kandidat für diese Liste gewesen, das Rennen macht dann aber doch dieser weitaus bekanntere Song der Stones. You Can't Always Get What You Want war zunächst eine B-Seite von Honky Tonk Women und wurde erst vier Jahre nach der Erstveröffentlichung auf dem Album Let it Bleed als eigene Single ausgekoppelt.



04. Black Sabbath - War Pigs (1970)

Das Black Sabbath-Album Paranoid gilt für viele als der Heavy Metal-Wegbereiter schlechthin. Der erste Track des Albums sollte ursprünglich "Walpurgis" heißen, was der Plattenfirma dann aber etwas zu heikel war. Der abgewandelte Titel War Pigs passt dann aber auch irgendwie besser zu diesem eindrucksvollen Anti-Kriegslied.



05. The Who - Won't Get Fooled Again (1971)

In diesem Dutzend geben sich die Rockgrößen wahrlich die Klinke in die Hand. Auch The Who sichern sich ihren Platz mit einem der größten Synthie-Hits in der Rockmusik. Won't Get Fooled Again war der letzte Song, den die Band in Originalbesetzung - wenige Monate vor Keith Moons Tod - spielte.



06. Bob Dylan - Hurricane (1975)

Bob Dylan ist einer der wichtigsten Musiker aller Zeiten. Den Song Hurricane schrieb er gemeinsam mit dem  Liedermacher und Psychologen Jacques Levy. Das Lied thematisiert die Verhaftung des US-amerikanischen Boxers Rubin "Hurricane" Carter, welcher 1966 wegen dreifachen Mordes auf Grund angeblicher rassistischer Motive zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der kommerzielle Erfolg des Liedes führte rund 10 Jahre später zu einer Neuaufnahme der Ermittlungen, wobei Carter erneut für schuldig befunden wurde. 1985 wurde der Fall dann zum dritten Mal aufgerollt und nachdem die Rede von Verfahrensverstößen in den vergangenen Verhandlungen aufkam, wurde Carter schließlich in dritter Instanz freigesprochen.



07. Pink Floyd - Shine On You Crazy Diamond (1975)

Ihr dachtet, alle bisherigen Songs wären schon lang gewesen? Eat this! Mit einer Gesamtlänge von über 25 Minuten schlägt die neunteilige Pink Floyd-Komposition nicht nur alle anderen Songs dieser Liste in Sachen Länge, sondern auch alle 12 Songs des letzten Dutzends. In zwei Abschnitte unterteilt, eröffnet und beendet Shine On You Crazy Diamond das Erfolgsalbum Wish You Were Here. Auch wenn das Stück für Live-Auftritte und spätere Verwendungen gekürzt und neu arrangiert wurde, darf es sich vermutlich als längster Song im Bereich des Mainstreams bezeichnen.



08. Prince - Purple Rain (1984)

Während Prince bereits zwei Jahre zuvor der nationale Durchbruch in den USA gelang, war er bis Mitte 1984 im Rest der Welt noch eher unbekannt. Dies änderte sich allerdings schlagartig mit der Veröffentlichung des Albums Purple Rain zum gleichnamigen Film, in dem Prince selbst die Hauptrolle spielte. Zwar war bereits die Vorabsingle When Doves Cry äußerst erfolgreich, doch erst der titelgebende Abschlusstrack des Albums avancierte zu seinem ersten weltweiten Hit, für den er auch noch mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Erstmals aufgeführt und aufgenommen wurde der Song bei einem Benefiz-Konzert in einer etwa 13 minütigen Version, doch auch die klassische Studioversion verdient mit einer Laufzeit von über 8 Minuten ihren Platz in diesem Dutzend.


Prince - Purple Rain - MyVideo

09. Nena - Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann (1984)

Wer hätte gedacht, dass sich tatsächlich auch mal ein deutscher Song in diese Liste verirrt und dann auch noch einer der Neuen Deutschen Welle, die ja nicht gerade für ausschweifende Laufzeiten bekannt ist. Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann war 1984 quasi Nenas letzter großer Hit des Jahrtausends  und zeichnet sich durch ein Intro aus, bei dessen Sound ich immer gleich an Raumfahrt und das Weltall denken muss (gibt es dafür eigentlich ein Adjektiv? Mir fällt jedenfalls keins ein). Als Nena dann rund 20 Jahre später im Zuge eines Geniestreiches ihre eigenen Hits erneut coverte, war dieser Song - in der deutsch-englischen Interpretation gemeinsam mit Kim Wilde - der erfolgreichste des Albums Nena feat. Nena.



10. Dire Straits - Money For Nothing (1985)

Jetzt schaut euch mal diese Haiopeis auf der Bühne an: Die spielen ein bisschen auf ihrer Gitarre und verdienen damit haufenweise Kohle und bekommen alle Mädels. Ungefähr so könnte man die Kernaussage von Money for Nothing frei übersetzen, womit Mark Knopfler - der Gitarrist der Dire Straits - eine ordentliche Portion Selbstironie beweist. Das Video war damals das erste computeranimierte Musikvideo überhaupt und zugleich auch das erste, das 1985 beim Start von MTV ausgestrahlt wurde. Dies ist wohl allerdings eher der Anfangszeile "I want my MTV" geschuldet, die übrigens von Sting gesungen wurde.



11. Guns N' Roses - November Rain (1991)

Oh Mann, jetzt wird's episch! 1991 waren Guns N' Roses auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und konnten mal eben 1,5 Millionen Dollar für ein Musikvideo springen lassen. Dass das Video von November Rain somit zu den teuersten Musikvideos aller Zeiten gehört, dürfte beim Anblick eigentlich niemanden überraschen. Slashs Gitarrensolo vor dem Kapellen-Nachbau in der Steppe oder Axl Roses Sprung in die Hochzeitstorte sind da nur einige erinnerungswürdige Momente. Die Braut in dem Video spielte damals übrigens Roses tatsächliche Freundin Stephanie Seymour, die zuvor auch im Video von Don't Cry zu sehen war. 1993 ging dann allerdings auch diese Beziehung in die Brüche.



12. Meat Loaf - I'd Do Anything For Love (1993)

Auch wenn I'd do Anything For Love heute auch als Guilty Pleasure durchgehen kann, so war dieser Song doch weitaus erfolgreicher als jedes andere Lied dieses Dutzends (Nr. 1 in mehr als 25 Ländern) und bildet somit einen verdienten Abschluss für dieses zweite Dutzend. Wer sich schon immer gefragt hat, für was denn nun das "that" aus der Zeile "But I won't do that" stehe, der sollte sich Meat Loafs sehr schöne Erklärung bei seinem Konzert der Reihe VH1-Storytellers anschauen. Bei dem aufwendigen Musikvideo führte übrigens niemand geringeres Regie als Hollywoods Nr.1 in Sachen Actionbombast: Michael Bay.




So, das war's jetzt aber wirklich. Alle wichtigen Songs wurden erwähnt, oder etwa doch nicht? Nennt uns unbedingt die Songs, die noch immer sträflich vernachlässigt wurden. Und was haltet ihr von den Platzierungen in dieser Liste?

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