Samstag, 30. November 2013

#7 Im Wesir: Point Whitmark 38 - Der glühende Mönch

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Dass wir uns für kein Wortspiel zu schade sind, zeigen wir euch mit unserer neuen Rubrik Im Wesir (Brüller, oder?) 

Immer wenn wir uns verpflichtet fühlen, unseren Senf zu einem neuen Spiel, Hörspiel, Film, Buch, TV-Format etc. abzugeben, wird es in Zukunft dieses Format haben. Den Anfang macht die neue Folge unserer liebsten Hörspielserie, die aktuell noch läuft: Point Whitmark - Der Glühende Mönch (Folge 38).


Das sagt der Klappentext:
Ein Spezialauftrag von Vater Callahan führt Jay, Tom und Derek in eine der dunkelsten Schluchten der White Mountains. Kessler’s Ravine war einst Schauplatz entsetzlicher Beschwörungsrituale. Über einhundert Jahre später, dringen die Vorboten der Hölle erneut an die Oberfläche. Die ahnungslose Mädchenfreizeit, die am Fuße des alten Klosters die Zelte aufgeschlagen hat, schwebt in allerhöchster Gefahr!

Können die Jungen rechtzeitig den verschwundenen Mönch finden, der die Zeichen des Bösen als Einziger zu deuten vermag? Als der rote Blutmond die Nacht erhellt, öffnen sich die Tore des Krematoriums.



Und das sagen wir:

Die drei Jungen vom Sender Point Whitmark verschlägt es erneut in die White Mountains. In ihrem neuen Abenteuer kämpfen Jay, Tom und Derek jedoch nicht mit einer riesigen Spinne in den Bergen, sondern stellen sich einem längst verstorbenen Mönch, der einem alten Spiegel zu entsteigen scheint.

Die Geschichte beginnt äußerst vielversprechend. Sie setzt in einem Bus ein, der die Mädchenfreizeit des katholischen Bibelkreises Point Whitmarks zu ihrem Freizeitcamp befördert. Geleitet wird die Gruppe von einer herrlich schrulligen und hysterischen Ms Fawcett. Immer wieder trällert sie das eine oder andere schräge Kirchenlied und unterhält damit zwar nicht die Insassen des Busses, jedoch den geneigten Zuhörer. Die daraufhin einsetzenden Ereignisse überschlagen sich förmlich und wissen zu fesseln. Leider verliert sich die Geschichte ein wenig zwischen blöden Teenie-Klischees und langatmigen Dialogen im Kloster. Durchhalten lohnt sich aber meiner Meinung nach nicht zuletzt aufgrund eines humorvoll moderierten Fußballspiels und einem spannenden Finale. Letzteres hat mich überzeugt, auch wenn man hier sicherlich geteilter Meinung sein kann. Der Griff in die  Jugendkrimi-Auflösungskiste erfindet das Rad nicht neu, hinterlässt aber immerhin keinen faden Nachgeschmack.

Somit hält man mit der glühenden Mönch eine gute Folge in den Händen. Nicht zuletzt der okkulte Rahmen und die Heraufbeschwörung des Leibhaftigen höchstpersönlich haben bei mir einen leichten Schauer verursacht. Allerdings beweist gerade diese Folge wieder, dass die neuen Point Whitmark Geschichten sich so komplex entfalten, dass ein konzentriertes Lauschen Grundvoraussetzung für Hörgenuss darstellt. Daran sind sicherlich auch intertextuelle Bezüge verantwortlich. So wird beispielsweise auf die "Isle of Joy" verwiesen, die wir aus der mittlerweile 12 Jahre alten Folge Die Insel der letzten Rache her kennen. Ein Hörspiel für Zwischendurch ist die aktuelle Point Whitmark Folge also nicht. Aber da die besinnliche Zeit des Jahres beginnt, sollte man sich diese auch ruhig mal wieder für aufmerksames Hörspiel hören nehmen. (Sebo)



"Hm, neuer Erzähler?" Nö, aber scheinbar ist mir nie aufgefallen, wie Jürg Löws Stimme im Laufe der Jahre gealtert ist. Die Erzählerstimme, die ich beim Schlagwort "Point Whitmark" sofort im Ohr habe, unterscheidet sich doch erkennbar von Löws aktueller Stimmlage. Naja, wir werden alle nicht jünger.
So ansprechend ich den Auftakt der Folge - der mich ein wenig an Tief in den nördlichen Minen erinnert hat - noch fand, so 08/15 erschien mir die restliche Story inklusive Auflösung und Tätermotiv. Schade, dass in der Folge kaum Kloster-Atmosphäre aufkommt - aber wie auch, wenn da alle immer nur schweigen. Ein paar Mönchs-Chöre im Hintergrund - so wie bei Diener der Pest - und ich wäre wahrscheinlich schon hin und weg gewesen.
Derek sorgt wieder einmal für die Höhepunkte der Folge, was ja mittlerweile schon fast zur Routine geworden ist. Hoffentlich übertreibt es die Serie nicht irgendwann und lässt ihn in die Klößchen-Falle tappen. Wenn Sonja Spuhl spricht, sehe ich immer Penny aus "The Big Bang Theory" vor mir. Das hat mich schon bei den einäugigen Puppen etwas genervt, aber dafür kann sie ja nichts.

Der glühende Mönch ist für mich somit eher eine Durchschnittsfolge, welche bei mir die Frage aufwirft, ob meine Ansprüche an eine neue PW-Folge mittlerweile nicht schon beinahe zu hoch sind. Nach über 12 Jahren hat die Serie die Phase des Aufstiegs vermutlich schon hinter sich gelassen und muss sich mittlerweile neuen Herausforderungen - wie etwa der Suche nach neuen Ideen - stellen. Ich schätze, ich darf nicht mehr erwarten, dass mich jede neue PW-Folge so flasht wie früher, dafür habe ich mich schon zu sehr an die hohe Qualität gewöhnt. Naja, auf die nächste Folge freue ich mich trotzdem wieder, denn gut sind sie allemal, wie auch der glühende Mönch. (Chris)


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